Skulptur Kugelbaum von Hans Kock

Öffentlicher Raum

Kunst ist sichtbar in Mümmelmannsberg. Die Kandinskyallee ist gesäumt von Skulpturen, die Kirche wurde von einem Künstler entworfen, und auf dem Skulpturenhof sind herausragende Plastiken zu sehen. Die Fassaden der Hochhäuser wurden zu Leinwänden: für XXL-Plakate Kunst aus Mümmelmannsberg und einer Reproduktion eines Werks von Wassily Kandinsky. Und selbst bei Namensgebung und -Anordnung der Straßen in Mümmelmannsberg sind Künstler expressionistischer Gruppen zu finden.

Wolkenkratzergalerie

2012 ist der Stadtteil Mümmelmannsberg 40 Jahre alt geworden. Im Laufe des Jubiläumsjahres entstanden in Zusammenarbeit mit Bewohnern und aktiven Gruppen aus Mümmelmannsberg neue Motive für fünf neue Großplakate.

Am 29. April war es endlich soweit: Die fünf neuen XXL-Plakate wurden an den Hochhäusern rund um den Skulpturenhof feierlich enthüllt. Zirka 250 Bewohnerinnen und Bewohner, die an den Plakaten beteiligten Künstler und viele weitere Interessierte kamen auf dem Skulpturenhof zusammen, um sich das Entrollen der Plakate anzusehen. Danach ging es gemeinsam ins Café Eigenart, wo Stadtentwicklungssenatorin Jutta Blankau die Galerie offiziell eröffnete. Zusammen mit dem bereits Mitte des Jahres gehängten Bild „Internationale Blume” bilden die neuen Plakate so Hamburgs größte  Freiluftausstellung.

Auswahl oder Gestaltung der Motive für die Poster sind im Laufe des Jahres auf vielfältige Art und Weise gemeinsam mit Bewohnern und aktiven Gruppen aus Mümmelmannsberg vorgenommen worden. Die Wolkenkratzergalerie  repräsentiert auf besondere Art und Weise den Stadtteil, seine Geschichte und die traditionelle Kunst-Verbundenheit der Bewohner von Mümmelmannsberg.

 

Eröffnung im Film

Das Hamburg Journal hat über die Eröffnung berichtet:

Diesen Film über die Eröffnung der neuen Wolkenkratzergalerie am 29.4.2013 hat Pastor Michael Ostendorf auf YouTube veröffentlicht:

Die Plakatmotive

Das erste der fünf Bilder trägt den Titel „Schweres Rot“ und stammt von dem russischen Maler Wassily Kandinsky. Das Motiv wurde von der Frauenmalgruppe WIR ausgesucht. Die Frauenmalgruppe WIR hat mehr als 30 Mitstreiterinnen und ist seit mehr als 25 Jahren im Stadtteil präsent. Das Bild hängt an der  Nordfassade des Hauses Kandinskyallee 20.

Auf der anderen Seite des Gebäudes befindet sich als zweites Plakat das Gewinnerbild des Publikumspreises der Kunst- und Kulturtage  Mümmelmannsberg 2012. Die Kunst- und Kulturtage werden seit mehr als 30 Jahren von einem Team aus Ehrenamtlichen organisiert und ziehen jedes Jahr rund 3.000 Besucher in ihren Bann. Das Bild mit dem Titel: „Zusammen sind wir bunt“ wurde von den Kindern des Kindertreffs  Mümmelmannsberg extra für unsere Ausstellung hergestellt.

Das dritte Bild hat die Hamburger Künstlerin Sigrid Sandmann gestaltet. Es zeigt Ergebnisse ihrer diesjährigen Kunstaktion „Wortfindungsamt“, während der Bewohner den öffentlichen Stadtteilraum mit ihren „Lieblingsworten“
und „Wortschöpfungen“ erobert haben. Kunstaktion und Poster wurden durch die Urbana Energiedienste ermöglicht. Das Bild ist an der Südfassade des Hauses Große Holl 2 angebracht.

Das vierte und fünfte Bild wurde von Schülern der Ganztagesstadtteilschule Mümmelmannsberg im Rahmen eines Wettbewerbs gestaltet. Beide Bilder schmücken die Nordfassade des Hauses Große Holl 2. „Mümmelfreaks“ - zu diesem Thema haben rund 200 Schüler der GSM ihre Fantasien verbildlicht.
Unterstützt wurden die Schüler dabei von ihren Kunstlehrern Ingwar Thomsen, Sabine Ziesenitz, Lena Augur, Hauke Bahr, Maren Stahl und Lena Witt, die die Herstellung der Entwürfe für die Wolkenkratzergalerie im Unterricht begleiteten. Die Gestaltung der riesigen Plakate, war bisher ein Format, für das sich  ausschließlich Erwachsene der „kreativen Szene“ vom Mümmelmannsberg interessierten. Ingwar Thomsen, Lehrer der GSM, brachte die Idee ein,
dass auch die jungen Menschen aus dem Stadtteil Gelegenheit bekommen sollten, ihr Viertel aktiv mitzugestalten und sich so Schule und Stadtteil sichtbar verbinden.

Aus dieser Idee entstand eine Kooperation von [Mümmelmannsberg:] der GSM und dem Modellprogramm „Kulturagenten für kreative Schulen“. Das  bundesweite Modellprogramm tritt mit dem Ziel an, Kunst und Kultur
zum festen Bestandteil des Alltags von Kindern und Jugendlichen zu machen. In Mümmelmannsberg und Horn unterstützt die Kulturagentin Julia Münz drei Schulen dabei, Kooperationen mit Künstlern und Kulturinstitutionen auf- und auszubauen.

Mit Mitteln des Programms wurde ein künstlerisches Mittagspausenangebot ermöglicht, bei dem Schüler auch über den Unterricht hinaus an dem Wettbewerb teilnehmen konnten: Drei Monate lang hatten Schüler zweimal wöchentlich die Möglichkeit, mit dem Hamburger Künstler Jörn Stahlschmidt
an ihren Fantasien zu arbeiten. Jörn Stahlschmidt kennt die Schule bereits sehr gut, denn in den letzten zwei Jahren war er einer von zwei Stipendiaten, die in ihren Ateliers Tür an Tür mit den Schülern arbeiteten.

Eine Jury aus Vertretern der Schule, von [Mümmelmannsberg:], dem Künstler, der Kulturagentin, Frau Ehmke von der Mümmelmannsberger Frauenmalgruppe WIR und der Grafikerin Susanne Mewing hatte die interessante Aufgabe
aus einer unglaublichen Vielfalt von Entwürfen einige Schülerarbeiten für die Wolkenkratzergalerie auszuwählen. Die Grafikerin gestaltete schließlich aus den individuellen Beiträgen von 25 Schülern zwei große Plakate, die so zu einem riesigem Gemeinschaftswerk fusionierten.

Das sechste Plakatmotiv stammt von Anna Brecht, einer Künstlerin der Frauenmalgruppe WIR. Das Bild wurde auf den Kunst- und Kulturtagen 2011 durch eine Jury ausgewählt und anlässlich des 25. Jubiläums des Internationalen Freundschaftsfestes entrollt, das jedes Jahr stattfindet und von einer Gruppe aus Freiwilligen organisiert wird.